Press Release

Fachtagung: Erzähltes Dersim 1937/38: Zeugnisse des Überlebens

Mittwoch, 20. Mai 2026
© Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung Versöhnung

Tagung zum kaum bekannten Massaker an der alevitischen Bevölkerung in Dersim (heute Tunceli, Türkei)

Vom 21. bis zum 22. Mai veranstaltet das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Kooperation mit dem Dersim Kultur- und Geschichtszentrums und der Ruhr-Universität Bochum die Tagung „Erzähltes Dersim 1937/38: Zeugnisse des Überlebens“ in Berlin. Die Ereignisse in Dersim (heute Tunceli) in den Jahren 1937/38 gehören zu den lange tabuisierten Kapiteln der türkischen Geschichte. Im Zuge staatlicher Maßnahmen gegen die überwiegend alevitische Bevölkerung kam es zu Massakern, Vertreibungen und Zwangsassimilationen, die zur weitgehenden Zerstörung der traditionellen Lebensweise der Dersim führten und die Region nachhaltig veränderten. Obwohl heute schätzungsweise bis zu 200.000 Alevitinnen und Aleviten aus Dersim in Deutschland leben, sind die damaligen Vertreibungen und Massaker hierzulande noch immer kaum bekannt.

Um die Erinnerungen der Überlebenden zu bewahren, führte das Dersim Kultur- und Geschichtszentrum aus Bochum seit dem Jahr 2009 Interviews mit Betroffenen durch. Entstanden sind mehr als 400 Videointerviews, die überwiegend in Kırmancki/Zazaki aufgenommen wurden – einer heute selbst bedrohten Sprache, deren Dokumentation zugleich ein wichtiges Anliegen des Projekts ist.

Im Rahmen des Projekts „Dersim 1937/38“, das gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum entwickelt wurde, konnten 100 dieser Interviews wissenschaftlich erschlossen sowie ins Deutsche und Türkische übersetzt werden. Darüber hinaus wurden sie auf der Internetplattform oral-history.digital der Freien Universität, Berlin archiviert. Im Rahmen der Tagung werden die Interviews erstmals öffentlich präsentiert und zugänglich gemacht.
 

Am 21. Mai diskutieren Expertinnen und Experten aus Gewaltforschung, Linguistik, Museologie sowie Kunst und Kultur – darunter Film und Graphic Novel – in vier Panels über Perspektiven der Vermittlung und zukünftigen Nutzung des Materials. Der zweite Veranstaltungstag widmet sich vertiefend dem Projekt selbst: Das Projekt wird in seiner gesamten Bandbreite vorgestellt und inhaltlich weiter erschlossen, um unterschiedliche Perspektiven auf die Ereignisse von 1937/38 sowie deren Bedeutung für Erinnerung und Forschung sichtbar zu machen.

 

Termin der Tagung:
21. Mai 2026, 13.00 – 17.30 Uhr
22. Mai 2026, 10.00 – 13.00 Uhr

Anmeldung zur Tagung:
veranstaltungen@f-v-v.de

Webseite des Projektes Dersim 1937/38:
www.sowi.ruhr-uni-bochum.de/dersim/index.html.de

Mehr Informationen zum Programm der Tagung:
www.f-v-v.de

Pressemitteilung: Erzähltes Dersim 1937/38: Zeugnisse des Überlebens