Lange Nacht der Museen

Das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung öffnet seine Türen am 29. August von 18.00 bis 02.00 Uhr zur Langen Nacht der Museen 2026 unter dem diesjährigen Motto „Crime“.
Entdeckt unseren einzigartigen Ort der Erinnerung und Bildung – mit einem vielseitigen Programm aus Kurzführungen, Lesungen, Performances, Kreativaktionen und Musik. Freut euch auf Quiz-Touren, Workshops zur Familienforschung, mystische Gestalten auf Stelzen sowie elektronische, klassische und traditionelle Klänge. Für jeden Geschmack ist etwas dabei!
Dem Thema „Crime“ widmet sich das Dokumentationszentrum auf vielfältige Weise: mit berührenden Geschichten, spannenden Krimi-Lesungen, künstlerischen Formaten, thematischen Führungen und einer Spurensuche in Sütterlin. Auch kulinarisch erwartet euch ein besonderes Erlebnis – mit Spezialitäten vom Kreuzberger Himmel.
Tickets im Vorverkauf gibt es ab dem 3. August 2026 auf der Internetseite der Langen Nacht der Museen Berlin.
FÜHRUNGEN
Krieg und Verbrechen: Ein Blick in unsere Asservatenkammer
18.30 – 19 / 23.30 – 00 (englisch)
22 – 22.30 / 23 – 23.30 (deutsch), Treffpunkt: 1. OG
In der Führung werden Kriegserfahrungen, Gewaltverbrechen und ihre Folgen anhand von Objekten und Dokumenten thematisiert. Zugleich wird vermittelt, wie Museen Zeugnisse von Gewalt bewahren, erforschen und zugänglich machen
Was passiert, wenn Geschichte auf moderne Architektur trifft?
18.30 – 19 / 20 – 20.30 Treffpunkt: vor dem Raum der Stille
Von der denkmalgeschützten Fassade bis zum modernen Sichtbeton: Die Architekturführung mit Ticket B zeigt, wie Historie und Gegenwart im Deutschlandhaus aufeinandertreffen – ein spannender Blick hinter die Kulissen des neuen Dokumentationszentrums.
Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Ein Rundgang mit dem Direktor
19.30 – 20.00 (deutsch) / 22.00 – 22.30 (englisch), Treffpunkt: 2. OG
Dr. Roland Borchers führt euch durch ausgewählte Bereiche der Dauerausstellung. Anhand von Objekten, Biografien und historischen Beispielen gibt er Einblicke in die Themen Flucht, Vertreibung und Versöhnung sowie in die Arbeit der Stiftung.
Stark und verletzlich - Frauen auf der Flucht
19.30 – 20 (deutsch) / 22.30 – 23 (englisch), Treffpunkt: 1. OG
Mehr als die Hälfte aller Menschen, die fliehen mussten oder vertrieben werden, sind Frauen und Mädchen. Ob jung oder alt: die Gefahr ist groß und viele werden Opfer sexueller/sexualisierter Gewalt. In der Führung geht es um seltene persönliche Zeugnisse, die von solchen gewaltvollen Erfahrungen berichten.
Flucht und Vertreibung der Deutschen
20 – 20.30 (deutsch), Treffpunkt: 2. OG
Etwa 14 Millionen Deutsche fliehen am Ende des Zweiten Weltkriegs oder werden kurz darauf vertrieben. In der Führung werden unterschiedliche Biografien und Objekte vorgestellt, die von der Flucht und Vertreibung aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches und aus Ostmittel- und Südosteuropa berichten.
Globale Perspektiven auf Zwangsmigration
20 – 20.30 (deutsch) / 23 – 23.30 (englisch), Treffpunkt: 1. OG
Die Führung beleuchtet Zwangsmigration anhand von Beispielen zu unterschiedlichen Zeiten und aus globaler Perspektive. Thematisiert werden Flucht, Vertreibung und Lagererfahrungen sowie die Folgen von Krieg, Gewalt und politischen Umbrüchen.
OSTGEBIETE / ZIEMIE ZACHODNIE. Eine deutsch-polnische Spurensuche
Kuratorische Einblicke
18.30 – 19 / 21.30 – 22 / 22.30 – 23 / 23.30 – 00 (deutsch), 19.30 – 20 / 20.30 – 21 (englisch), Treffpunkt: Foyer
Die Führung bietet Einblicke in die kuratorische Arbeit hinter der Sonderausstellung. Ausgewählte Fotografien eröffnen Perspektiven auf Erinnerung, Verlust, Neuanfang und die deutsch-polnische Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.
LESUNGEN – Kriminacht in der Bibliothek
In Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa
„Die Chroniken der Klara Schulz – die letzte Arie“, Lesung und Gespräch mit der Autorin Nadia Szagdaj und der Übersetzerin Paulina Schulz
19.30-20.15, Bibliothek, 1. OG
Bei einer Aufführung der „Zauberflöte“ in Breslau 1910 stirbt Bariton Emmanuel Heiss unter rätselhaften Umständen, und wenig später wird sein Liebhaber, Souffleur Henryk Skrocki, tot an der Oder aufgefunden. Spuren führen zu einer okkulten Verbindung. Nadia Szagdaj verwickelt ihre Titelfigur in gefährliche Ermittlungen. Eine Lesung auf Polnisch und Deutsch mit der Übersetzerin Paulina Schulz.
Moderation: Ariane Afsari, Deutsches Kulturforum östliches Europa
„Die Feuer von Prag – Kisch ermittelt“, Lesung und Gespräch mit dem Autor Martin Becker
22.30 – 23.15, Bibliothek, 1. OG
Der Reporter Egon Erwin Kisch ermittelt erneut in Prag: Ein brennendes Schiff auf der Moldau führt ihn in die dunklen Machenschaften des k. u. k. Geheimdienstlers Oberst Redl – Hauptfigur des berühmtesten Spionagefalls der Habsburgermonarchie. Tabea Soergel und Martin Becker erzählen einen Krimi am Vorabend des Ersten Weltkriegs.
Moderation: Dr. Vera Schneider, Deutsches Kulturforum östliches Europa
„Schatten über Königsberg“, Lesung und Gespräch mit dem Autor Ralf Thiesen
23.30 – 00.15, Bibliothek, 1. OG
Königsberg im September 1924. Die Kommissare Aaron Singer und Heinrich Puschkat werden zu einem mysteriösen Todesfall an die Ostsee gerufen. Ein Unternehmer liegt tot im Schilf, sein Boot treibt verlassen im Haff. Spannungsvoll, atmosphärisch und voller historischem Ambiente entführt Ralf Thiesen in die Goldenen Zwanziger Jahre Ostpreußens.
Moderation: Ariane Afsari, Deutsches Kulturforum östliches Europa
MUSIK
Beyond Borders and Belonging, ABAN Ensemble trifft Live-Elektronik
18 – 18.45 / 20 – 20.45, Veranstaltungssaal, EG
Das ABAN Ensemble trifft auf Cellistin & Klangkünstlerin Golsana: Iranische Tradition (Dastgāh) meets Live-Elektronik. Tar, Oud, Kamantscheh, Gesang, Cello, Perkussion & armenische Duduk verweben sich zu einem Dialog zwischen akustischer Tradition und elektronischer Gegenwart – Klang als Ort von Erinnerung und Transformation.
Mitra Behpoori: Tar (persische Langhalslaute)
Roshanak Rafani: Perkussion (Tombak, Daf, Bendir)
Sara Hasti: Kamantscheh (persische Stachelgeige)
Fatemeh Dehghani (Oud, Gesang)
Golsana Shenasaei (Live Electronics, Cello)
César Veas Valencia (Duduk)
Alfred Schnittke: Grenzgänge der Musik des 20. Jahrhunderts
19.30 – 20 / 22 – 22.30, Veranstaltungssaal, EG
Der preisgekrönte Geiger Salvatore Di Lorenzo und der Pianist Michael Cohen-Weißert präsentieren Werke von Alfred Schnittke. Der wolgadeutsche Komponist verband Klassik, Moderne und Avantgarde in seiner Musik. Schnittke komponierte zahlreiche Filmmusiken und zählt zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.
Hassan Elmalik & SUN BLUES
20.45 – 21.30 / 00 – 00.45, Werkstatt, 1.OG
Hassan Elmalik kommt aus dem Herzen Sudans, wo sich der Blaue & Weiße Nil treffen und der Blues entstand. Der Virtuose an der Oud verbindet musikalische Strömungen aus verschiedenen Erdteilen & Epochen und entwickelte ein eigenes Musikgenre zwischen Afrika, Orient, Europa auf den Spuren der sudanesischen Tradition mit avantgardistisch zusammengestellten Arrangements.
Hassan Elmalik: Vocal & Oud
David Blackburn: Percussion
Stefan Higgi Hickmann: Gitarre
Ali Almansour: Bongos
Qusai Imad: Bass
Dennis Joseph Netto: Keyboard
Noirnor, Berlin via Kijiw / Ukraine
22.30 – 00, Foyer, EG
Noirnor ist eine ukrainische Künstlerin, die vor dem Krieg nach Berlin geflohen ist und heute hier die Clubszene prägt. Sie spielt unter anderem in Tresor, Watergate und Renate und ist bekannt für Sets bei HÖR und Refuge Worldwide sowie eine monatliche Residency bei Rinse FM. Ihr Stil: groovige Basslines, komplexe Rhythmen, immersive Texturen.
Balkantronika (live)
1 – 2, Foyer, EG
Wenn sich moderne elektronische Beats mit traditionellen Balkan-Brass- und Swing-Instrumenten vermischen, dann ist die Rede von Balkantronika. Die Berliner DJs und Produzenten bringen die Tanzflächen zum Beben und legen mitreißende elektronische Beats auf.
Asmir Hadžibeganović, DJ
Vit Polak, Trompeter
Massiv le Ghaza, MC
PERFORMANCES
Die Flugträumer – Mystische Begegnungen
18 – 18.45, Draußen / 20.30 – 21.15, Foyer, EG / 23 – 23.45, Foyer, EG
Haltet die Augen offen – zwischen den Gästen bewegen sich geheimnisvolle Figuren. Mit eindrucksvoller Stelzenkunst und magischer Jonglage schaffen sie besondere Augenblicke voller Spannung, Illusion und mystischer Atmosphäre.
„Diaries in Motion“
19 – 19.30 / 21.30 – 22, Foyer, EG
Scenic Circus präsentiert eine Zirkusvorführung mit Ausschnitten aus den Shows „LYALKA“ und „Diaries in Motion“. Drei junge Künstlerinnen und Künstler aus der Ukraine und Russland verbinden Jonglage, Akrobatik und Tanz zu einem kraftvollen, inspirierenden Zirkustheater über Selbstbestimmung, Freiheit und Gemeinschaft.
MITMACH-AKTIVITÄTEN & WORKHOPS
Momentaufnahmen der Flucht – Ein Memory-Spiel
18 – 02, Bibliothek, 1. OG
Entdeckt die Bilder der preisgekrönten Illustratorin „Vikunia“ alias Viktoria Cichoń in unserem neuesten Memory-Spiel. Ihre Figuren sind inspiriert von Geschichten und Objekten unserer Ausstellung und zeigen Momentaufnahmen von Menschen auf der Flucht. Ihr könnt sie auch auf den Fenstern des Dokumentationszentrums sehen. Kommt vorbei und entdeckt die liebevoll gestalteten Bildpaare beim gemeinsamen Spielen!
Workshop Verwehte Spuren…? Das kleine Einmaleins der Familienforschung
18 – 19 / 20.30 – 21.30, Bibliothek, 1. OG
Woher kommt ihr? Viele Menschen, deren Familiengeschichte durch Flucht oder Vertreibung geprägt ist, suchen bis heute nach ihren Wurzeln, besonders jenseits von Oder und Neiße. Hier erfahrt ihr, wie eine solche Suche zum Erfolg führen kann.
Sütterlin entschlüsseln. Eine Einführung mit Gesa Füßle
18 – 22, Drop-In jederzeit möglich, Wandelgang, 1. OG
Nicht nur Kriminalfälle, auch historische Familiengeschichten lassen sich mithilfe alter Handschriften erschließen. Lernt mit Gesa Füßle die Sütterlinschrift kennen, die einst Millionen Menschen nutzten. Entziffert alte Buchstaben und übt selbst das Schreiben, um beispielsweise die Briefe eurer Vorfahren lesen zu können.
Menschenrechte statt Verbrechen. How to Draw Anything mit Carlotta Klee
18 – 20.30 / 21 – 00, Drop-In jederzeit möglich, Wandelgang, 1. OG
Welche Begriffe verbinden wir mit Menschenrechten? Zieht einen Begriff aus der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ und gestaltet daraus unter Anleitung von Carlotta Klee mithilfe von Zufallstechniken eine spontane Zeichnung. So entsteht gemeinsam ein wachsendes Bild aus Ideen, Assoziationen und Perspektiven zu Freiheit, Würde und Zusammenhalt.
Mitmach-Aktion: Quiz-Tour
18 – 00, Foyer, EG
Folgt den Hinweisen, entdeckt die Geschichte(n) von Flucht und Vertreibung. Es gibt spannende Erkenntnisse und eine kleine Überraschung für den ausgefüllten Quizzettel.
Verlosung um 19, 20, 21, 22, 23, 00 Uhr
Drop-In: Zeichen setzen – Friedenstauben gestalten
18 – 2, Wandelgang, 1. OG
Setzt ein kreatives Zeichen für den Frieden und gestaltet eure eigene Friedenstaube. Wählt ein farbiges Blatt aus, folgt der Anleitung und bastelt Schritt für Schritt eure Taube.
KULINARIK
Gaumenschmaus im Kreuzberger Himmel
18 – 2, Foyer, EG
Erlebt interkulturelle Gaumenfreuden mit dem Kreuzberger Himmel. Geflüchtete Menschen aus verschiedenen Ländern arbeiten hier und präsentieren köstliche Spezialitäten wie veganes Kibbeh, Linsenkebap und Sanbousak.
Dieses Jahr wieder auf der Speisekarte: Königsberger Klopse! Eine aus Ostpreußen stammende Spezialität, zarte Fleischklöße in einer hellen Kapern-Sauce.
Begleitet wird das kulinarische Erlebnis von einer Auswahl an erfrischenden Getränken.