Vor 85 Jahren: Deportation der Deutschen in der Sowjetunion 1941

Die Deportationen von 1941 bedeuteten das gewaltsame Ende der deutschen Siedlungsgebiete im europäischen Teil der Sowjetunion und in Kaukasien. Sie stellten eine dramatische Zäsur dar, deren Folgen bis heute im Selbstverständnis der Betroffenen und ihrer Nachkommen spürbar sind. Dies gilt insbesondere für die Identität der mehr als 2,5 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger mit russlanddeutschem (Spät-)Aussiedlerhintergrund. Die Konferenz beleuchtet Hintergründe, Auswirkungen und Folgen der Deportationen und schlägt die Brücke zu aktuellen Fragen der Erinnerungskultur und Integration.
Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft und mit finanzieller Unterstützung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten statt.
Gerahmt von der Konferenz findet am Freitag, 18. September ab 18.30 Uhr die Diskussionsveranstaltung „Deportation und Erinnerung. 85. Jahrestag der Zwangsumsiedlung der Russlanddeutschen 1941“ anlässlich des Jahrestags der Deportationen statt.
Die Konferenz wird sowohl in Präsenz im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung angeboten, sowie im Live Stream.
PROGRAMM
Freitag, 18. September 2026
14.30 Uhr, Begrüßung
Dr. Roland Borchers, Direktor des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Einführung
Prof. Dr. Dietmar Neutatz, Universität Freiburg
15.00 - 16.45 Uhr, Panel 1
Dr. habil. Pavel Polian, Universität Freiburg, Ethnische Deportationen als Lieblingsinstrument der Politik Stalins
Dr. Alfred Eisfeld, Göttinger Arbeitskreis e.V., Vorgeschichte der Entscheidung zur Deportation der Deutschen 1941
Prof. Dr. Jan C. Behrends, Europa Universität Viadrina Frankfurt/Oder, „Faschismus“ als sowjetische Zuschreibung in längerfristiger Perspektive
Diskussion, Moderation: Prof. Dietmar Neutatz, Universität Freiburg
16.45 - 17.00 Uhr, Kaffeepause
17:00 - 18:10 Uhr, Panel 2
Prof. Dr. Dietmar Neutatz, Universität Freiburg, Die Deutschen als „Gefahr“: längerfristige Wahrnehmungsmuster
Prof. Dr. Dieter Pohl, Universität Klagenfurt, Ziele und Methoden nationalsozialistischer Politik in den besetzten Gebieten der Sowjetunion
Diskussion, Moderation: PD Dr. Hans-Christian Petersen, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa
18.30 Uhr Diskussionsveranstaltung:
Deportation und Erinnerung. 85. Jahrestag der Zwangsumsiedlung der Russlanddeutschen 1941
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Samstag, 19. September 2026
09.00 - 10.30 Uhr, Panel 3
Prof. Dr. Eva-Maria Auch, Humboldt Universität zu Berlin Die Deportation der Deutschen aus Aserbaidschan
Prof. Dr. Zaur Gasimov, Türkisch-Deutsche Universität, Istanbul, Die Deportation der Krimtataren
Diskussion, Moderation: Dr. Alfred Eisfeld, Göttinger Arbeitskreis e.V.
10.30 - 11.00 Uhr, Kaffeepause
11.00 - 12.30 Uhr, Panel 4
Dr. Alfred Eisfeld, Göttinger Arbeitskreis e.V., Evakuierung und „Repatriierung“ der verbliebenen Schwarzmeerdeutschen
Dr. Dmytro Myeshkov, Nordost-Institut, Lüneburg, Eine ukrainedeutsche Gemeinde im Kontext der (Zwangs-)Migrationen der 1930-1960er Jahre
Diskussion, Moderation. Prof. Dr. Kirsten Bönker, Nordost-Institut, Lüneburg
12.45 - 14.00 Uhr, Pause
14.00 - 15.45 Uhr, Panel 5
Prof. Dr. Zhanna Kydyralina, Eurasische Nationale Universität, Astana, Einsatz in der Arbeitsarmee
Prof. Dr. Nelli Krasnobaeva, Ostkasachische Technische Universität, Astana, Lebensbedingungen in den Sondersiedlungen (zugeschaltet per Videokonferenz)
Johannes Dyck, Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Detmold, Religion und religiöse Erweckung als Überlebensstrategie
Diskussion, Moderation: Dr. Katharina Dück, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim
15.45-16.15 Uhr, Kaffeepause
16.15-18.00 Uhr, Panel 6
Dr. Viktor Krieger, Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen aus Russland, Nürnberg, Das Problem der sowjetischen Täter, Mittäter und Mitläufer am Beispiel des Zwangsarbeitslagers Tscheljabmetallurgstroj 1942-1946
Prof. Dr. Victor Dönninghaus, Nordost-Institut, Lüneburg, Die Suche nach Heimat: Autonomie- und Ausreisebewegung als Spätfolge der Deportation
Dr. Katharina Dück, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim, Brüche von Sprachbiographien und Sprachidentitäten der Deutschen in Staaten der ehemaligen Sowjetunion als Folge der Deportationen von 1941
Diskussion, Moderation: Kornelius Ens, Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Detmold
Sonntag, 20. September 2026
09.00 - 10.45 Uhr, Panel 7
Prof. Dr. Andrii Kudriachenko, Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Kyjiw, Ukrainische Historiographie der Deportationen
Natalja Salnikova-Glaubitz, Universität Freiburg, Von der Deportation zur Migration? Museale Erzählungen russlanddeutscher Geschichte und ihre narrativen Horizonte in Deutschland und Russland
Edwin Warkentin, Kulturreferat für Russlanddeutsche, Detmold, Aushandlungen kollektiver Erinnerung: Gedenkkulturen zum Kriegsfolgenschicksal im transnationalen Vergleich
Diskussion, Moderation: Dr. Dmytro Myeshkov, Nordost-Institut, Lüneburg
10.45 - 11.00 Uhr, Kaffeepause
11.00 - 12.10 Uhr, Panel 8
Prof. Dr. Otto Luchterhandt, Universität Hamburg, Kriegsfolgenschicksal und Aufnahme von (Spät-)Aussiedlern in Deutschland
Dr. Felix Riefer, Universität Freiburg, Scheinbemühungen des Kreml um die (Spät-)Aussiedler: Desinformation vor dem Hintergrund von Informationsdefiziten
Diskussion, Moderation: Prof. Dr. Eva-Maria Auch, Humboldt Universität zu Berlin
12.10 - 12.20 Uhr, Pause
12.20 - 13.30 Uhr, Podiumsdiskussion
Die Deportation als zentrales Trauma und identitätsstiftendes Element der Deutschen in und aus Osteuropa, Sibirien, Zentralasien und Kaukasien
Dr. Katharina Dück, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim
Dr. Alfred Eisfeld, Göttinger Arbeitskreis e.V.
Edwin Warkentin, Kulturreferat für Russlanddeutsche, Detmold
Moderation: Dr. Felix Riefer, Universität Freiburg
WEITERE HINWEISE
Einlass: 18.09.2026 ab 14.00 Uhr, 19. und 20.09.2026 ab 08.30 Uhr
Sprache: Deutsch
EINTRITT FREI
Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und auf unserem YouTube-Kanal Flucht, Vertreibung, Versöhnung veröffentlicht.





