Trauma – Erinnerung – Mahnung. Sexuelle Gewalt in kriegerischen Konflikten.

Sexuelle Gewalt in kriegerischen Konflikten ist ein globales Phänomen. Sie hat verheerende Auswirkungen für Opfer und Überlebende, verursacht Traumata, zerstört Familien und beschädigt soziale Gefüge über Generationen. In lange zurückliegenden Konflikten wurde sexuelle Gewalt kaum dokumentiert oder stark marginalisiert. Inzwischen sind solche Taten nach internationalem Recht strafbar. Und doch gilt für die meisten Überlebenden, dass ihre Stimmen zu wenig gehört werden.
Die Tagung „Trauma – Erinnerung – Mahnung. Sexuelle Gewalt in kriegerischen Konflikten“ im November 2025 bilanzierte den interdisziplinären Forschungsstand. Die Beiträge der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eröffnen unterschiedliche geografische, regionale und zeitliche Perspektiven auf das Thema. Die hier zum Download verfügbaren Texte verdeutlichen, wie sexuelle Gewalt in Kriegen in verschiedenen Erinnerungskulturen verortet wird, und geben zugleich Einblick in aktuelle Forschungsansätze. Die von den Autorinnen und Autoren vorgelegten und verantworteten Beiträge veröffentlichen wir hier ungekürzt.
Die Tagung im Dokumentationszentrum wurde in Kooperation mit dem Frauenverband im Bund der Vertriebenen e. V. und HÁWAR help e. V. durchgeführt und durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Senat von Berlin sowie den Bezirk Mitte gefördert.
Tagungsbeiträge zum Download
Burnet: Sexual Violence and Transitional Justice in Rwanda: From Solidarity to Silence
Eschebach: Sprechen über sexuelle Gewalt im Zweiten Weltkrieg: Wehrmacht, SS, Rote Armee
Fischer: Der Krieg Russlands in der Ukraine: Sexualisierte Gewalt gegen Männer und Frauen
Glaesmer: Kinder des Krieges: Verschwiegene Herkunft und intergenerationale Folgen
Halperin-Kaddari: The boundaries of confidentiality following conflict-related sexual violence: October 7, 2023 as a case study
Hauser: Kriegswaffe oder patriarchales Kontinuum? Dimensionen sexualisierter Kriegsgewalt — Erfahrungen von medica mondiale seit Bosnien und Herzegowina
Mühlhäuser: Skandalisierung und Tabuisierung: Wie verstehen wir Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten?
Pohl: Sexuelle Gewalt im Zivilleben und im Krieg. Über Geschlecht, Sexismus und destruktive Sexualität in männlich dominierten Gesellschaften
Röger: Über den Umgang mit sexualisierter Kriegsgewalt der Roten Armee nach 1945: Lautes Sprechen, Beredtes Schweigen
Tsukamoto: ‘Comfort Women’: From Personal Trauma to Collective Integrity
Upcraft: Unsilenced: An Exhibition about Sexual Violence in Conflict