Flucht
Vertreibung
Versöhnung

01

Mitten in Berlin, unweit des Potsdamer Platzes, entsteht das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung − ein einzigartiger Lern- und Erinnerungsort zu Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration in Geschichte und Gegenwart.

02

Das
Dokumentations
zentrum


Auf 6.000 Quadratmetern bietet das Dokumentationszentrum großzügige Flächen für Ausstellungen, Bibliothek & Zeitzeugenarchiv, Bildung & Vermittlung, Veranstaltungen, ein Raum der Stille zum Innehalten sowie einen Shop und ein Restaurant.


Download Imageflyer

03

Unser
Thema


Das Schicksal von Millionen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, ist das Thema des Dokumentationszentrums. Es informiert über Ursachen, Dimensionen und Folgen von Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration in Geschichte und Gegenwart. Wir verstehen uns als ein Ort historischer Bildung und lebendiger Debatten im Geiste der Versöhnung.


Flucht aus Danzig, April 1945 Im März 1945 wurde die alte Hansestadt Danzig von der Roten Armee eingenommen. Die meisten Einwohner flüchteten nach Westen. Die verbliebene deutsche Bevölkerung wurde nach Kriegsende vertrieben.

Flucht aus Danzig, April 1945 
Im März 1945 wurde die alte Hansestadt Danzig von der Roten Armee eingenommen. Die meisten Einwohner flüchteten nach Westen. Die verbliebene deutsche Bevölkerung wurde nach Kriegsende vertrieben.

Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst, Fotokorrespondent Timofej Melnik
Vertreibung von Polen, 1940Ab 1939 begannen die deutschen Besatzer, Polen aus den annektierten Gebieten in das Generalgouvernement zu vertreiben oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland zu deportieren. Der entfesselte Terror und die systematische Vernichtung der polnischen Eliten forderten unzählige Todesopfer. Das Foto zeigt Vorbereitungen zur Aussiedlung polnischer Dorfbewohner durch Soldaten der SS und der Polizei.

Vertreibung von Polen, 1940
Ab 1939 begannen die deutschen Besatzer, Polen  aus den annektierten Gebieten in das Generalgouvernement zu vertreiben oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland zu deportieren. Der entfesselte Terror und die systematische Vernichtung der polnischen Eliten forderten unzählige Todesopfer. Das Foto zeigt Vorbereitungen zur Aussiedlung polnischer Dorfbewohner durch Soldaten der SS und der Polizei.

Barch, Bild 101III-Wisniewski-015-25A/Wisniewski
Die armenische Katastrophe, 1915/16Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts häuften sich Übergriffe auf die im Osmanischen Reich lebenden Armenier. 1915/16 gipfelten die Konflikte in einer systematischen Deportation, die zur weitgehenden Auslöschung des reichen armenischen Lebens im Osmanischen Reich führte. Kirchen und Klöster wurden geplündert und zerstört. Die Restaurierung der armenischen Kirche auf der Halbinsel Akdamar im Van-See in Anatolien könnte nach fast einhundert Jahren das Zeichen für einen neuen Anfang sein.

Die armenische Katastrophe, 1915/16
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts häuften sich Übergriffe auf die im Osmanischen Reich lebenden Armenier. 1915/16 gipfelten die Konflikte in einer systematischen Deportation, die zur weitgehenden Auslöschung des reichen armenischen Lebens im Osmanischen Reich führte. Kirchen und Klöster wurden geplündert und zerstört. Die Restaurierung der armenischen Kirche auf der Halbinsel Akdamar im Van-See in Anatolien könnte nach fast einhundert Jahren das Zeichen für einen neuen Anfang sein.

robertharding / Alamy Stock Photo
Seenotrettung der italienischen Küstenwache, 2015Das Bild zeigt ein Schiff der italienischen Marine, das am 29. Mai 2015 etwa 50 km vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern zahlreiche Geflüchtete an Bord nimmt. Die Zahl der Menschen, die über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa kommen, steigt stetig an. Durch Überfüllung geraten deshalb viele der Boote bei ihrer Überfahrt auf offenem Meer in Seenot.

Seenotrettung der italienischen Küstenwache, 2015
Das Bild zeigt ein Schiff der italienischen Marine, das am 29. Mai 2015 etwa 50 km vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern zahlreiche Geflüchtete an Bord nimmt. Die Zahl der Menschen, die über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa kommen, steigt stetig an. Durch Überfüllung geraten deshalb viele der Boote bei ihrer Überfahrt auf offenem Meer in Seenot.

Fabrizio Villa/Polaris/laif
Vertreibung aus Schlesien, Februar 1946Die organisierte Vertreibung der Deutschen erreicht nach einer Übereinkunft mit der Besatzungszone 1946 in der Aktion Schwalbe einen Höhepunkt. Davon betroffen waren auch Millionen Menschen in Schlesien, der bevölkerungsreichsten Provinz im Osten des Deutschen Reiches. Das Bild zeigt Niederschlesier im Februar 1946 vor der Minoritenkirche in Glatz auf dem Weg zum Bahnhof, von wo sie mit Viehwaggons nach Westen abtransportiert wurden. Deutlich sind die weißen Armbinden sichtbar, die sie als Deutsche kennzeichneten.

Vertreibung aus Schlesien, Februar 1946
Die organisierte Vertreibung der Deutschen erreicht ‒ nach einer Übereinkunft mit der Besatzungszone ‒ 1946 in der „Aktion Schwalbe" einen Höhepunkt. Davon betroffen waren auch Millionen Menschen in Schlesien, der bevölkerungsreichsten Provinz im Osten des Deutschen Reiches. Das Bild zeigt Niederschlesier im Februar 1946 vor der Minoritenkirche in Glatz auf dem Weg zum Bahnhof, von wo sie mit Viehwaggons nach Westen abtransportiert wurden. Deutlich sind die weißen Armbinden sichtbar, die sie als Deutsche kennzeichneten.

Archiv Zentralstelle Grafschaft Glatz/Schlesien e.V., Lüdenscheid
Brücke von Mostar, 2007Seit dem 16. Jahrhundert spannt sich die Alte Brücke über den Fluss Neretva in Mostar. 1993 wurde sie während des Krieges in Bosnien völlig zerstört. Drei Jahre später begann man mit der Rekonstruktion der Brücke und eröffnete sie 2004 erneut. Sie verbindet den östlichen, bosnisch geprägten Stadtteil mit dem kroatisch dominierten Westen und symbolisiert die Hoffnung auf Versöhnung und auf ein friedliches Zusammenleben aller ethnischen und religiösen Gruppen.

Brücke von Mostar, 2007
Seit dem 16. Jahrhundert  spannt sich die Alte Brücke über den Fluss Neretva in Mostar. 1993 wurde sie während des Krieges in Bosnien völlig zerstört. Drei Jahre später begann man mit der Rekonstruktion der Brücke und eröffnete sie 2004 erneut. Sie verbindet den östlichen, bosnisch geprägten Stadtteil mit dem kroatisch dominierten Westen und symbolisiert die Hoffnung auf Versöhnung und auf ein friedliches Zusammenleben aller ethnischen und religiösen Gruppen.

Ramirez, Mostar Old Town Panorama 2007, CC BY-SA 4.0
Thessaloniki, 1917Der internationale Vertrag von Lausanne legitimierte 1923 ethnisch motivierte Vertreibungen. Griechen und Türken, die von den Balkankriegen 1912/13 bis zum griechisch-türkischen Krieg 1919-22 ihre Heimat verloren hatten, wurde das Rückkehrrecht verweigert. Das Foto zeigt das griechische Thessaloniki im Jahr 1917, als noch Minarette auf die türkisch-muslimische Bevölkerung hinwiesen.

Thessaloniki, 1917
Der internationale Vertrag von Lausanne legitimierte 1923 ethnisch motivierte Vertreibungen. Griechen und Türken, die von den Balkankriegen 1912/13 bis zum griechisch-türkischen Krieg 1919-22 ihre Heimat verloren hatten, wurde das Rückkehrrecht verweigert. Das Foto zeigt das griechische Thessaloniki  im Jahr 1917, als noch Minarette auf die türkisch-muslimische Bevölkerung hinwiesen.

arkivi-Bildagentur
Geflüchtete bei ihrer Ankunft in Deutschland, 2015In den letzten Jahren kamen zahlreiche Geflüchtete aus Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien, Eritrea und Afghanistan nach Deutschland. Das Foto zeigt Asylsuchende, die nach ihrer Ankunft Ende Oktober 2015 von der Polizei zu einer Notunterkunft in der Nähe von Wegscheid in Bayern begleitet werden.

Geflüchtete bei ihrer Ankunft in Deutschland, 2015
In den letzten Jahren kamen zahlreiche Geflüchtete aus Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien, Eritrea und Afghanistan nach Deutschland. Das Foto zeigt Asylsuchende, die nach ihrer Ankunft Ende Oktober 2015 von der Polizei zu einer Notunterkunft in der Nähe von Wegscheid in Bayern begleitet werden.

picture alliance/dpa/Armin Weigel
Siedlung Bleidenstadt in Taunusstein, 1952Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen mussten in der Nachkriegszeit zunächst mit provisorischem Wohnraum versorgt werden. Einquartierung in Privathaushalten oder Unterbringung in Lagern sollten keine langfristige Lösung sein. Deshalb wurden seit den 1950er Jahren vielerorts Siedlungen errichtet, in denen die Heimatlosen ein neues Zuhause fanden.

Siedlung Bleidenstadt in Taunusstein, 1952
Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen mussten in der Nachkriegszeit zunächst mit provisorischem Wohnraum versorgt werden. Einquartierung in Privathaushalten oder Unterbringung in Lagern sollten keine langfristige Lösung sein. Deshalb wurden seit den 1950er Jahren vielerorts Siedlungen errichtet, in denen die Heimatlosen ein neues Zuhause fanden.

BArch, B 145 Bild-F000102-0008
04

Die
Ausstellung


Die Dauerausstellung beleuchtet auf 1.700 Quadratmetern politisch, ethnisch und religiös begründete Zwangsmigrationen vor allem im 20. Jahrhundert in Europa und darüber hinaus. Flucht und Vertreibung der Deutschen im und nach dem von Deutschland ausgegangenen Zweiten Weltkrieg bilden dabei den Schwerpunkt der Erzählung. Es geht dabei auch um universelle Fragen: Warum müssen Menschen fliehen oder werden vertrieben? Welche Wege müssen sie gehen? Was bedeutet der Verlust der Heimat? Wie kann ein Neuanfang gelingen?

Es erwartet Sie eine facettenreiche Präsentation von Originalobjekten, Dokumenten, Fotografien sowie Erfahrungsberichten und Lebensgeschichten.

Im Erdgeschoss des Hauses werden auf einer Fläche von etwa 450 Quadratmetern ergänzende Sonderausstellungen präsentiert.


Erstes Obergeschoss der Dauerausstellung

Erstes Obergeschoss der Dauerausstellung

Atelier Brückner GmbH
Zweites Obergeschoss der Dauerausstellung

Zweites Obergeschoss der Dauerausstellung

Atelier Brückner GmbH
Forum für Bildung & Vermittlung im ersten Obergeschoss

Forum für Bildung & Vermittlung im ersten Obergeschoss

Atelier Brückner GmbH
05

Bildung &
Vermittlung


Mit einem vielfältigen Bildungsangebot wenden wir uns an Schülerinnen und Schüler, Jugendliche, Besuchergruppen sowie Lehrkräfte und Studierende. Es erwarten Sie multiperspektivische Vermittlungsformate wie Führungen, Workshops und Fortbildungen, Lehrmaterialien zur Vor- und Nachbereitung sowie inklusive Angebote.




SFVV
Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
06

Bibliothek &
Zeitzeugenarchiv


Im ersten Obergeschoss des Dokumentationszentrum laden wir Sie zu einem Besuch der wissenschaftlichen Spezialbibliothek und des Archivs mit Dokumenten, Fluchtberichten und bewegenden Zeitzeugeninterviews ein. Dort können Sie sich vertiefend mit unseren Themen beschäftigen und erhalten spannende Einblicke in Oral History und Familienforschung. Hier können Sie auch elektronisch in wichtigen Beständen und Datenbanken anderer Einrichtungen zu diesen Themen recherchieren.


SFVV
Marte.Marte Architekten
SFVV
Eine Wendeltreppe führt in das zweite Obergeschoss der Ausstellung; Foto: Roland Horn
SFVV
Blick in das erste Obergeschoss; Foto: Roland Horn
SFVV
Das Foyer mit Blick auf den Eingangsbereich; Foto: Roland Horn
07

Architektur


Die spektakuläre Architektur der Österreicher Stefan und Bernhard Marte führt die denkmalgeschützte Substanz des Gebäudes mit einem markanten Neubau zusammen. Eine schmale Fuge, durch die von oben Tageslicht einströmt, verbindet die beiden Gebäudeteile.

08

Über Uns


Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wurde durch einen Beschluss des Deutschen Bundestages im Jahr 2008 gegründet.


Kontakt

info@f-v-v.de
T +49 30 206 29 98-0


Pressekontakt

presse@f-v-v.de
T +49 30 206 29 98-11


Anschrift

Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Geschäftsstelle (bis zur Eröffnung)
Mauerstraße 83/84, 10117 Berlin


Download Kontaktdaten Team

09

Memospiel


In unserem Zeitzeugenarchiv dokumentieren wir die Geschichten von Menschen, die Flucht, Vertreibung oder Zwangsmigration erlebt haben. Neben Zeitzeugeninterviews finden sich hier Fluchtberichte, Tagebücher, Briefe, Fotos, Dokumente sowie Objekte. Einige der Zeitzeugen und ihre Objekte können Sie hier im Memo-Spiel kennenlernen.

Haben auch Sie, jemand aus Ihrer Familie oder dem Bekanntenkreis Flucht, Vertreibung oder Zwangsmigration durchlebt? Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre Geschichte anvertrauen: geschichten@f-v-v.de


Memospiel öffnen

Bleiben Sie auf dem
Laufenden


Schreiben sie eine E-Mail an

info@f-v-v.de

Gefördert durch

BKM